One-Person Library

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Definition

Eine One Person Library (OPL) ist eine Bibliothek oder eine Spezialbibliothek, die nur von einer Person betreut wird und die keine unmittelbaren Fachvorgesetzten in der Trägerorganisation hat, also fachlich auf sich alleine gestellt ist. Dies kann eine Fachkraft (One Professional Library) oder eine angelernte Kraft oder ein Laie sein. Sie deckt die (nicht immer) klar abgegrenzten Informationsbedürfnisse einer Organisation/Firma und deren Kunden oder Gemeinde ab. Man findet sie sowohl im wissenschaftlichen als auch im öffentlichen Bibliothekswesen. One Person Libraries bilden die Mehrzahl der Bibliotheken auf der Welt.

Der Bibliothekar oder die Bibliothekarin einer One-Person Library muss so gut wie alle, in größeren Bibliotheken üblicherweise arbeitsteilig erledigten, Geschäftsvorgänge selber verrichten (Erwerbung, Katalogisierung, Verwaltung, Benutzerberatung, Auskunft, Marketing). Dies ist mit den üblichen Regeln des Bibliotheksmanagements kaum zu erfassen, daher kann man den OPL-Ansatz als einen gesonderten Bereich des Bibliotheksmanagements begreifen.

Inhalte der Tätigkeit in einer OPL

  • Selbstmanagement: optimierende Einteilung der Tätigkeiten, Fortbildung
  • Zeitmanagement und Planung: effektives, vorausschauendes Arbeiten
  • Personalmanagement: Werbung, Schulung und optimierender Einsatz von nichtfachlichen Beschäftigten in der OPL (Angelernte, Ehrenamtliche)
  • Veränderungsmanagement: up to date-Bleiben bezüglich der fachlichen Entwicklung und Umsetzung in die eigene Geschäftstätigkeit
  • Nutzendarstellung gegenüber dem Träger der Bibliothek: Lobbying, Management by Walking Around
  • Bibliotheksmarketing: Werbung für die Dienste der Bibliothek, Schulungen
  • Networking: Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken, um fehlende Ressourcen durch Hilfe untereinander zu ergänzen
  • Durchsetzung und Verbesserung besoldungs- und einstufungsrechtlicher Nachteile

Geschichte des OPL-Ansatzes

Da diese Organisationsform zusätzlich mit beschränkten Ressourcen, schlechter Bezahlung und/oder auch Einstufung belastet ist, besteht häufig der Wunsch sich mit anderen Personen in diesem Arbeitsbereich auszutauschen und die fachliche Isolation zu überwinden. Dieser Bedarf wurde zuerst in den USA erkannt, wo aus der Special Libraries Association (SLA) die OPL-Bewegung durch Guy St. Clair und Andrew Berner, zwei New Yorker OPLs, in Gang gesetzt wurde. Diese gründeten in der Folge ein Unternehmen, das das OPL Newsletter herausgab, Fortbildungsveranstaltungen und Coaching anboten. In den neunziger Jahren griff diese Bewegung auch auf Deutschland über. Hierbei spielte die Beratungsstelle für Spezialbibliotheken des Deutschen Bibliotheksinstitutes (DBI) und hier im besonderen Evelin Morgenstern eine herausragende Rolle. Frau Morgenstern holte Guy St. Clair für Workshops und Round Tables nach Deutschland, verlegte in der dbi-Reihe für Spezialbibliotheken Werke von St. Clair, initiierte eine Gruppe, die den OPL-Gedanken weiter verbreitete. Sie lud neben St. Clair auch weitere bekannte Protagonistinnen des OPL-Gedankens wie z.B. Judith Siess und Olga B. Wise zu Workshops nach Deutschland ein. - Parallel wurde 1997 vom VDdB eine Kommission für One-Person Librarians unter dem Vorsitz von Regina Peeters eingesetzt, die Veranstaltungen auf den Bibliothekartagen und Workshops organisierte. Durch die Institutionalisierung wurde der OPL-Gedanke nachhaltig im Bibliothekswesen verankert, die Kommission spielt weiter eine wichtige Rolle im Berufsverband BIB (u.a. durch die Anleitungsreihe "Checklisten"), während Frau Morgenstern nach dem Ende des DBI die Organisation Initiative Fortbildung gründete, welche weiter eine wichtige Rolle im Fortbildungsangebot für Spezialbibliotheken und OPLs spielt.

Beispiele für OPL

Literatur

  • Constantin Cazan: Die OPL-Bewegung: Herkunft, Definition und Thesen. Arbido 2002, Vol. 17, no.5, pp. 5-8 (14 ref.) ISSN 1420-102X pdf auf www.svd-asd.org
  • Guy St. Clair: One-Person libraries: Checkliste als Orientierungshilfe für den Betrieb von OPLs. - Berlin : Deutsches Bibliotheksinstitut, 1996. - 44 S.
  • Guy St. Clair: One-Person libraries: Aufgaben und Management. Deutsches Bibliotheksinstitut, Berlin 1998. ISBN 3-87068-969-2
  • Brigitte Höckmair: OPL-Management. Arbeitsablauforganisation einer One-Person Library. Harrassowitz, Wiesbaden 1997. ISBN 3-447-03936-1
  • Jürgen Plieninger: One-Person Libraries/Librarians. - in: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen : Fachratgeber für die Bibliotheksleitung und Bibliothekare / Hans-Christoph Hobohm ; Konrad Umlauf (Hrsg.) - Hamburg : Dashöfer. - [Loseblattsammlung] 978-3-931832-46-9, Punkt 3/8.1 - 8.6

Weblinks

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